Wie die Tasten flüstern

Der erste Blick

Die literarische Diät

Mein Buch "Die literarische Diät" erscheint Mitte Dezember 2006




Gabriele Kern:
Die literarische Diät - Gesunde Ernährung für Prosatexte
ISBN 3-9810973-2-7
Verlag Print & Media 2005 Ltd, Offenburg
ca. 100 Seiten
9.90€

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1 Kommentar 23.11.06 23:32, kommentieren

Woche für Woche erreichen mich Kurzgeschichten und Erzählungen von Autoren in den unterschiedlichsten Entwicklungsstadien ihres Schreibens. Anfänger, Fortgeschrittene, Halb-Profis. Einige erhoffen sich die erste Veröffentlichung, andere möchten ihrer schon beträchtlichen Liste eine weitere Veröffentlichung hinzufügen.

Die Arbeit beginnt mit dem Öffnen der Email - und damit stellt sich häufig auch der erste Frust ein:

Der Autor hat seinen Text in die Mail kopiert.

Folgen:

1. Ich muss ein Word-Dokument erstellen = zusätzlicher Zeiteinsatz

2. Je nach vom Absender benutzten Mailprogramm muss ich Sonderzeichen und Umlaute von Hand editieren, weil der Text sonst zur Hälfte aus Kauderwelsch bestünde = zusätzlicher Zeiteinsatz

3. Ich muss das Word-Dokument mit Namen und Email-Adresse des Autors ergänzen = zusätzlicher Zeiteinsatz

Merke: Erleichtern Sie Ihrem Lektor die Arbeit. Senden Sie Ihren Text als Anhang im .doc oder .rtf-Format. Stellen Sie sicher, dass wichtige Angaben wie Name, Anschrift und ggf. Ihre Email-Adresse im Dokument vermerkt sind und fügen Sie, wenn gefordert, auch eine Kurzvita ein!


Dann folgt der erste Blick.

Das Auge isst mit, sagt man. Das gilt auch - und insbesondere - für das Lesen, egal ob am Bildschirm oder auf Papier.
Diesen Allgemeinplatz sollte - nein, muss jeder Autor verinnerlichen. Sowohl der Leser, als auch der "gemeine" Lektor schreckt innerlich zurück, wenn ihm vom Bildschirm/aus einem Buch ein kompakter Textblock entgegen grinst.

Daraus resultiert mein zweiter Tipp:

Absätze und Zeilenumbrüche bringen den Text in eine lesbare Form, entlasten die Augen des Lesers und erhöhen die Bereitschaft, sich mit dem vorliegenden Manuskript auseinanderzusetzen. Verzichten Sie auf "exotische" Schriftarten!


Der zweite Blick.

Auweia, ein Tippfehler schon in den ersten drei Zeilen. Da hat der Autor sich offenbar nicht allzu sorgfältig mit seinem Text beschäftigt. Wenn sich das fortsetzt ...

Äußerste Sorgfalt vor dem Versenden des Skripts! Scheuen Sie sich nicht, die Rechtschreibprüfung Ihres Textverarbeitungsprogramms zu benutzen!


Erst jetzt folgt die eigentliche Textarbeit.

Aber dazu später mehr ...

1 Kommentar 29.3.06 14:12, kommentieren

Kommentare

Ich bin passionierte Anhängerin des Word-Kommentarsystems. Vielen Autoren jedoch ist diese Funktion unbekannt und so erreichen mich hin und wieder verzweifelte Mails:

"Was haben die gelben Balken in meinem Text zu bedeuten?"

Die gelben Balken haben eine besondere Eigenschaft: Wenn der Cursor darüber gleitet, öffnet sich ein kleines Fenster, in dem der von mir eingegebene Kommentar erscheint. Je nach benutzter Programmversion lassen sich sämtliche Kommentare auch über die Funktion "Ansicht" unter dem eigentlichen Text einblenden.

Kommentare sind meist:


a) Formulierungshilfen
b) Anmerkungen (teilweise in Form provozierender Fragen)
c) Hinweise (z.B. auf Logikfehler etc.) oder Erläuterungen

Sie sind das Salz in der Suppe der schriftlichen Kommunikation zwischen Lektor und Autor. Auf diese Weise kann ich schnell und zielgerichtet erläutern, was ich mit einer bestimmten Änderung bezweckt, warum ich sie vorgeschlagen habe etc.

Autoren, die nicht über eine Word-Textverarbeitung verfügen, kann ich guten Gewissens das kostenlose, MS-kompatible Programmpaket Open Office empfehlen.

30.3.06 10:53, kommentieren