Wie die Tasten flüstern

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Füllwörter

Im Alltag, in der Umgangssprache, gebrauchen wir Füllwörter, ohne darüber nachzudenken.
In der gesprochenen Sprache erfüllen sie rhetorische Zwecke. Sie drücken Unsicherheiten aus, indem sie getroffene Aussagen relativieren, oder dienen dem Sprecher zum Zeitgewinn, während er seine Gedanken formuliert.
In der Prosaliteratur sind Füllwörter tabu. Ein Autor muss immer wissen, was er aussagen will. Leere Floskeln stehen ihm schlecht zu Gesicht. Füllwörter sind Wörter, die die Aussage eines Satzes nicht fördern oder verändern.
Ausnahme: Füllwörter in einem Dialog. Gezielt eingesetzt steigern sie an dieser Stelle die Authentizität.


Die folgende – erweiterbare – Liste enthält eine willkürliche Auswahl häufig benutzter Füllwörter.

A bis D

E bis H

I bis L

M bis Q

R bis T

U bis Z

Stellen Sie sich selbst auf die Probe! Nehmen Sie einen x-beliebigen Ihrer Texte zur Hand und prüfen Sie, wie viele Wörter aus der Liste sich darin wiederfinden. Vergleichen Sie Klang und Aussage des Satzes mit und ohne Füllwort. Sie werden staunen, wie viele Wörter Sie ersatzlos streichen können und wie sich die Qualität der Satzaussage positiv verändert!

1 Kommentar 1.4.06 11:03, kommentieren

Adjektive

Adjektive bilden die wohl in der Prosaliteratur umstrittenste Wortart.
„Aber“, verteidigt sie der Autor, „Ich will doch Stimmung erzeugen und vermitteln. Ohne Adjektive geht das nicht.“
Ich behaupte: Doch, das geht sehr wohl und wesentlich eleganter!
Beherzigt und beherrscht der Autor den Leitspruch der Prosaliteratur „Show, don’t tell!“ (Zeige, erzähle nicht!), kann er auf die meisten Adjektive verzichten, ohne der Botschaft des Texts oder der darin erzeugten Stimmung Schaden zuzufügen.

Wo Stimmungen oder Bilder nicht allein durch Aktion gezeigt oder verdeutlicht werden können, und nur dort, darf ein Adjektiv diese Funktion übernehmen.

Beispiel gefällig? Folgt in Kürze ...

Hüten Sie sich vor Pleonasmen!
Adjektive, die ein Substantiv näher bestimmen, ohne eine neue Information beizutragen, wirken unfreiwillig komisch.

Beispiele:
Das kleine Tischchen …
Das junge Kind …
Der große Koloss …
Der schwarze Rappe …
Das innere Gefühl …

1 Kommentar 8.4.06 14:29, kommentieren